Meinung

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Politischer Druck – selbstgemacht

Mittwoch, Januar 4th, 2012

Wulff, Guttenberg, Koch-Mehrin… die große Politik wird immer mehr zum Biotop für Blender. Es wird betrogen und gelogen -- zumeist gedeckt und mitunter gefördert durch Filz in den Parteien. Ich will das nicht und bin der Meinung, dass wir “normalen” Bürger den Laden ausmisten müssen. Wir brauchen Druck gegen diese Art von Politik.

“Der Vortrag stellt anhand von Beispielen ein Toolset an Möglichkeiten des regelverletzenden und gewaltfreien Mitmischens und Einmischens in Politik vor.”

Helmut Schmidt über 100 Jahre europäische Geschichte

Sonntag, Dezember 4th, 2011

Der Altkanzler Helmut Schmidt, streitbarer Elder Statesman und politisches Urgestein, hat am 4.12.2011 einen spannenden Vortrag gehalten. Sein Thema: “Deutschland in und mit Europa”

Helmut Schmidt erklärt in seiner Rede, wie er den Zusammenschluss Europas erlebt hat und wie er die globalen Veränderungen der letzten fünf Jahrzehnte wahrnimmt. Der Altkanzler erklärt, warum wir Deutschen nicht die Führungsrolle in Europa übernehmen sollten aber trotzdem die europäische Integration vorantreiben müssen. Er  führt dabei Fakten und Anekdoten ins Feld aus denen sich eine spannende Geschichtsstunde und ein inspirierender Ausblick auf Europa ergibt.

Den einstündigen Vortrag gibt’s auf Youtube, das Manuskript zur Rede gibt’s hier.

Wohnungslos

Montag, November 28th, 2011

Schon seltsam, das Leben in diesen Tagen. Kürzlich ist doch glatt einem Kollegen nachts um drei Uhr die Wohnung ausgebrannt – puff, weg war sie und mit ihr alles darin. Der materielle Teil des Lebens erfährt dann einfach mal so einen Reset… keine Fotos, keine alten Liebesbriefe, keine Bücher, kein gar nichts. Eine Zäsur allerersten Ranges. Glück im Unglück: alle Kollegen der Firma waren vom Unglück des Kolllegen betroffen – und haben mit Rat&Tat und handfesten Spenden dazu beigetragen, den Start ins “neue” Leben zumindest etwas zu erleichtern. Toll!

Heute nun “brannte” es wieder: diesmal in meiner Twitter-Timeline. Ich glaube nicht an Zufälle, also sollte ich wohl dem Link folgen, der mich zum Beitrag der Berliner Bloggerin Creezy geführt hat. Die gute Frau wird gerade zerrieben… hat sich aufgegeben… und sieht nur noch die Spirale abwärts.

Über diese Spirale wird in meinem Freundeskreis ab und an gesprochen – mancher meint, dass unsere Sozial- und Wirtschaftsordnung (=>letztlich der Staat und wir alle) diese Entwicklung begünstigt oder zumindest toleriert. Ich bin geneigt, dem zu glauben, zumindest hat mich meine Selbstständigkeit auch so manches Mal existenziell ins Schwitzen gebracht.

Wie dem auch sei: hier ist eine engagierte Frau, die für sich kein Land mehr sieht – und die meiner Meinung nach etwas “Glück” im bereits passierten Unglück haben sollte. Denn: ob selbst verschuldet oder nicht, etwas Hilfe schadet hier nicht. Zu Creezys Beitrag geht’s hier lang – und ja, es darf auch gespendet werden :-)

Deutschland ist kein souveräner Staat

Dienstag, November 22nd, 2011

Ich bin kein Freund von Details. Ich bin aber immer wieder überrascht, wie sich scheinbar selbstverständliche Dinge in Wohlgefallen auflösen, wenn man sich mal ein bisschen mit Details beschäftigt. Mein heutiges Detail: die Souveränität Deutschlands.

Der Souverän in Deutschland ist ja -- angeblich -- das Volk. In diesem Glauben wachsen die meisten von uns auf. Wer Souverän ist, sollte somit auch über Souveränität verfügen, er sollte also die Möglichkeit haben, sich ohne Fremdbestimmung selbst entscheiden zu können.

Umso verblüffender, welche Weisheit uns Bundesfinanzminister Wolfang Schäuble am 18. November 2011 zuteil werden lies. Der alte Jurist und Politprofi, der auch schon den Vertrag zur Deutschen Einheit mit ausgehandelt hat, gab unverblümt und öffentlich zu: “wir in Deuschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll Souverän gewesen.”

Was also meint unser Bundesfinanzminister, wenn er sagt, dass wir nicht souverän seien? Regieren die USA, Russland, die Franzosen oder die Engländer heimlich mit? Ist die Deutsche Karte oder gar die ominöse Kanzlerakte noch aktuell? Die Antwort gab kürzlich der russische Sicherheitsexperte Alexej Fenenko unter Verweis auf den Bonner Vertrag von 1952 und dem 2+4 Vertrag.

Problem 1: der 2+4 Vertrag zwischen der BRD und der DDR sowie den vier Siegermächten ist juristisch kein Friedensvertrag. Daraus folgt, dass die Bonner Verträge von 1952 (und aktualisiert in 1954) noch gelten. Und der führt uns zu Problem 2.

Problem 2: Artikel 2 des Bonner Vertrags von 1952:

  • (1) Die Drei Mächte behalten im Hinblick auf die internationale Lage die bisher von ihnen ausgeübten oder innegehabten Rechte in bezug auf (a) die Stationierung von Streitkräften in Deutschland und den Schutz von deren Sicherheit, (b) Berlin und (c) Deutschland als Ganzes einschließlich der Wiedervereinigung Deutschlands und einer friedensvertraglichen Regelung.
  • (2) Die Bundesrepublik wird sich ihrerseits jeder Maßnahme enthalten, welche diese Rechte beeinträchtigt, und wird mit den Drei Machten zusammenwirken, um ihnen die Ausübung dieser Rechte zu erleichtern.

Problem 3: Artikel 7 des Bonner Vertrags von 1952:

  • (1) Die Bundesrepublik und die Drei Mächte sind darüber einig, daß ein wesentliches Ziel ihrer gemeinsamen Politik eine zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Gegnern frei vereinbarte friedensvertragliche Regelung für ganz Deutschland ist, welche die Grundlage für einen dauerhaften Frieden bilden soll. Sie sind weiterhin darüber einig, daß die endgültige Festlegung der Grenzen Deutschlands bis zu dieser Regelung aufgeschoben werden muß.
  • (2) Bis zum Abschluß der friedensvertraglichen Regelung werden die Bundesrepublik und die Drei Mächte zusammenwirken, um mit friedlichen Mitteln ihr gemeinsames Ziel zu verwirklichen: ein wiedervereinigtes Deutschland, das eine freiheitlich-demokratische Verfassung ähnlich wie die Bundesrepublik besitzt und das in die europäische Gemeinschaft integriert ist.
  • (3) Im Falle der Wiedervereinigung Deutschlands werden die Drei Mächte -- vorbehaltlich einer zu vereinbarenden Anpassung -- die Rechte, welche der Bundesrepublik auf Grund dieses Vertrages und der Zusatzverträge zustehen, auf ein wiedervereinigtes Deutschland erstrecken und werden ihrerseits darin einwilligen, daß die Rechte auf Grund der Verträge über die Bildung einer integrierten europäischen Gemeinschaft in gleicher Weise erstreckt werden, wenn ein wiedervereinigtes Deutschland die Verpflichtungen der Bundesrepublik gegenüber den Drei Mächten oder einer von ihnen auf Grund der genannten Verträge übernimmt. Soweit nicht alle Unterzeichnerstaaten ihre gemeinsame Zustimmung erteilen, wird die Bundesrepublik kein Abkommen abschließen noch eine Abmachung eingehen, welche die Rechte der Drei Mächte auf Grund der genannten Verträge beeinträchtigen oder die Verpflichtungen der Bundesrepublik auf Grund dieser Verträge mindern würden.
  • (4) Die Drei Mächte werden die Bundesrepublik in allen anderen Angelegenheiten konsultieren, welche die Ausübung ihrer Rechte in bezug auf Deutschland als Ganzes berühren.

Meine Interpretation: Ich bin nun wahrlich kein Jurist, aber als interessierter und engagierter Staatsbürger leite ich mir folgende Erkenntnisse her:

  1. militärisch können die Siegermächte in Deutschland machen was sie wollen. Konkret haben wir das im Irak-Krieg mit Kanzler Schröder erlebt, der keine Truppen in den Irak senden wollte, den USA aber auch nicht die Durchflugrechte über Deutschland verbieten wollte konnte.
  2. Deutschland muss sich aller Maßnahmen enthalten, die die Rechte der West-Siegermächte aus dem o.g. Vertrag beeinträchtigen könnten. Auch das erleben wir seit vielen Jahren: obwohl juristisch ja sogar unserem Bundesfinanzminister klar ist, dass wir nicht souverän sind, drängte keine bisherige Bundesregierung auf einen Friedensvertrag mit den Siegermächten.
  3. Die Grenzen Deutschlands sind nicht abschließend geklärt, weil es noch keinen Friedensvertrag gibt. Kein Wunder, dass sich keiner an das Thema heranwagt -- denn wer Frieden will, muss die Grenzfrage klären. Und ja: nicht nur bei den Vertriebenenverbänden spricht man über die Oder-Neiße-Grenze. Selbst der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Weigel hat in den 1980er Jahren noch darüber gesprochen, dass es keinen völkerrechtlich verbindlichen Beschluss gäbe, das die östlichen Teile des Deutschen Reiches von Deutschland abgetrennt worden sind. Im Deutsch-Polnische-Grenzvertrag vom 14.11.1990 hat Deutschland zwar alle Ansprüche auf die östlichen Ländereien des Deutschen Reiches aufgegeben, ob diese Abtretung aber im Sinne der Bonner Verträge und der eingeschränkten Souveränität überhaupt möglich war, bleibt fragwürdig.

Mein Fazit: Was ich vor wenigen Tagen in der Rubrik “Verschwörungstheorie” gebucht hätte, kristallisiert sich langsam als eine Wahrheit heraus. In der Schule lernen unsere Kinder, dass der 2+4 Vertrag ein Souveränitätsvertrag sei -- de facto ist er es aber nicht, was unser Bundesfinanzminister (s.o.) ja im Jahre 2011 bestätigt hat. Problematisch finde ich in diesem Kontext auch, dass eine Diskussion dieser Angelegenheit kaum möglich ist. Wenn Begriffe wie “Oder-Neiße-Linie” oder ”Deutsches Reich” fallen, schnappen gerne schnell die Beißreflexe bei uns braven Deutschen zu - ein Wort genügt und die geistige Klappe fällt. Der Status Deutschlands bleibt somit ungeklärt… und wird sich wohl auch nicht so schnell klären. Danke Wolfgang, für einmal Klartext.

Ausblick: wer eine amtliche Antwort zur Frage “sind wir in Deutschland souverän” haben will, mag meine Anfrage an den Sprecher der Bundesregierung im Auge behalten.

Update, 13.12.2011

Da unser Regierungssprecher via Twitter zwar viel erzählt aber leider nicht auf Anfragen des Souveräns antwortet, habe ich direkt beim Bundesfinanzministerium nachgefragt, was unser Minister wohl gemeint haben könnte. Stay tuned.

Maxdome kastriert Settop-Boxen

Montag, Oktober 17th, 2011

Heute kam bei mir Post von Maxdome an. Wer den Laden nicht kennt: Maxdome ist die Online-Videothek von 1und1 ProSiebenSat1.

Die Damen und Herren schreiben mir, dass ich mich demnächst über eine schicke neue Bedienoberfläche meiner Fritz!Mediabox 8020 freuen kann. Wer besagte Fritzbox nicht kennt: die Fritzbox 8020 ist eine Mediastreaming-Box, die per DLNA Videos vom PC auf den Fernseher zuspielt. Das Gerät ist alt und lahm, funktioniert für betagte Röhrenfernseher aber einwandfrei.

Leider will Maxdome mich nicht nur mit einer neuen Programmoberfläche beglücken, sondern zeitgleich auch ein paar Funktionen aus der Settop-Box entfernen!

Leider können im Rahmen der Aktualisierung die Dienste “TV-Center”, “Video”, “Audio”, sowie “Meine Inhalte” nicht weiter unterstützt werden. Das Nutzungsverhalten und Kundenfeedback zeigte, dass diese Dienste nicht mehr genutzt werden. Stattdessen wurde immer häufiger der Wunsch nach einer besseren und moderneren Bedienoberfläche für maxdome geäußert. Wir hoffen, auch Sie mit dem neuen maxdome überzeugen zu können.

Und nun die Krönung des Ganzen: der Update-Mechanismus!

Die neuen Einstellungen werden automatisch vorgenommen, eine Softwareaktualisierung ist nicht erforderlich.

Im Klartext heißt das: “wir von Maxdome haben erkannt, dass einige Menschen die von uns verkauften Settop-Box nutzen, ohne dass wir daran dauerhaft Geld verdienen können. Und diesen Zustand wollen wir jetzt ändern – ob sie wollen oder nicht.”

Ich habe dieser Änderung natürlich widersprochen. Bin schon gespannt, ob sich die Freunde von Marcel D’Avis mal bei mir melden.

Update, 18.10.2011:

  • Sowohl auf Facebook als auch im ip-phone-forum.de wird sich kräftig über Maxdome beschwert. Gut so!
  • Maxdome Kundenservice schreibt:  Aufgrund von zwingend notwendigen systemtechnischen Umstellungen ist es nicht mehr möglich, die bisher angebotenen Zusatz-Dienste ausreichend zur Verfügung zu stellen. Ebenso ist es unser Ziel, unseren Kunden eine moderne und zukunftsorientierte Oberfläche zu bieten. Deshalb haben wir beschlossen, uns nur noch auf die Entwicklung unseres Kerngeschäfts zu konzentrieren.  Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen keine anderslautende Information geben können. [...] In unseren AGBs haben wir uns, wie auch der Hersteller AVM, dieses Recht [zur Funktionskürzung] ebenfalls vorbehalten.

Update, 19.10.2011:

  • Kundenservice von Maxdome schreibt mir heute: es tut uns leid, dass Sie enttäuscht sind. Wir haben Sie dennoch bereits mehrfach informiert, dass eine Gutschrift für das von Ihnen erworbene Gerät nicht möglich ist. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine weitere Stellung zu dem Sachverhalt nehmen werden.

Update, 26.10.2011:

Meine Meinung: Dieses Geschäftsgebaren ist absolut daneben und juristisch fragwürdig. Technisch wäre es aus meiner Sicht durchaus möglich, diese Funktionen beizubehalten – doch damit lässt sich eben kein Geld verdienen. Fazit: Finger weg von Unternehmen, die mit solchen Praktiken ihre Kunden drangsalieren. Möge der Markt es richten, wir Kunden haben es in der Hand.

Homecloud-Server

Dienstag, Oktober 11th, 2011

GMail rückt die cloudigen Mails an Behörden heraus, manche Clouds leiden bei schlechtem Wetter an Gedächtnisverlust und manchmal gehen Firmen von heute auf morgen kaputt – und mit ihnen “ihre” Cloud. Cloud an sich kann also ziemlich daneben sein, Cloud im Sinne von ich kann immer an meine Daten” finde ich hingegen toll. Was liegt da näher, als sich einfach selber einen Cloud-Server zu bauen.

Mein Bauvorschlag, die Konfiguration, Erfahrungen und Tipps zum Aufsetzen habe ich auf http://ditze.net/homecloud-server-im-eigenbau/ zusammengefasst.

Klare Sprache, bitte!

Dienstag, September 20th, 2011

Heute morgen las ich in der Zeitung ein Zitat von Philipp Rösler, dem Bundesvorsitzenden der FDP. Der gute Mann ließ im Kontext mit der verlorenen Landtagswahl in Berlin ausrichten: “Es ist unbestritten vielleicht die schwierigste Situation für die FDP seit ihrem Bestehen”. Aha!

Leute, wenn ich so einen Mist lese, wird mir übel. Was ist denn das bitteschön für eine Sprache? Es ist unbestritten vielleicht die schwierigste Situation für die FDP… mag sein. Eventuell ist es aber auch unbestritten vielleicht die schönste Situation. Vielleicht ja, vielleicht nein, wer will das schon sagen.

Doch ich kann unserem Bundes-Flippi keinen Vorwurf machen, denn Kanzlerin Mutti ist ja kaum besser. Die stellte sich gestern Abend in Alsfeld vor die Hessen-CDU und erzählte im Kontext der Euro-Krise: “es gibt die historische Erfahrung, dass Länder, die eine Währung haben, nie mehr Krieg gegeneinander führen”. Herrje, was soll denn das? Zum einen ist es sachlich falsch (Stichwort: Mali und Burkina Faso 1985), doch viel schlimmer noch: der Umkehrschluss ist einfach grottig. Will Frau Kanzlerin etwa allen ernstes behaupten, dass die Griechen Krieg gegen Deutschland führen, sobald sie aus dem Euro raus sind? Falls ja, dann soll sie es doch klar sagen, anstatt sich mit sachlich falschen Behauptungen zu profilieren.

Lieber Leser, der Wunsch, sich durch eine wachsweiche Rhetorik möglichst stressfrei durchs Leben lavieren zu können, ist verständlich, aber wenig förderlich. Meiner Wahrnehmung nach erschrickt heute schon der ein oder andere, wenn man selbst einen klaren Dafür/Dagegen-Standpunkt einnimmt. Beispiele finden sich überall, sei es im Privaten wie auch im Beruf. Wo man ohne Standpunkt landet, erlebt die FDP ja gerade sehr plastisch mit ihren 1,8 Prozent vor dem Berliner Landtag (drin sind sie ja nicht mehr). Unsere Gesellschaft und unser Land braucht Standpunkte, also los: ich bin für klare Standpunkte.

Email-Expo 2011

Montag, Mai 16th, 2011

Am 16.5.2011 fand in Frankfurt zum dritte Mal die Email Expo statt. Mit über 30 Ausstellern und drei Dutzend Vorträgen war die Messe bereits interessant – doch die Veranstalter setzten noch etwas drauf: Erstmals standen die Themen “Search” und “UX” (Usability, Experience & Joy) mit der Agenda. Klasse, dadurch wurde die Veranstaltung richtig rund!

Begrüßt wurde ich von zwei übereifrig winkenden Parkplatzwächtern, da war gleich gute Stimmung auf dem Parkplatz. Kurz darauf stellte sich heraus, dass sich die beiden weniger auf meine Ankunft sondern mehr über die 13€ Parkgebühren gefreut hatten… aber gut, dass lies sich verschmerzen.

Email Expo Agenda

Über 20 Vorträge beschäftigten sich mit Success Stories, Performance Marketing und die geschickte Verknüpfung von Social Media, E-Mailmarketing und Suchmaschinenoptimierung. Klasse: reine Werbeveranstaltungen kamen im gesamten Vortragsprogramm (fast) nicht vor – und selbst den Beitrag von United Internet fand ich unterhaltsam :-)

Search & UX Expo

Der kleinere Teil der Expo beschäftigte sich mit SEO und SEM/SEA. Hier habe ich insbesondere mitgenommen, dass das “klassische” Backlink-Building der SEO-Greyhats nicht mehr das allein seligmachende Patentrezept für ein gutes Ranking ist. Personalisiertes Ranking (Google) und die neuen Suchalgorithmen von Bing USA werden die Veränderung bringen.

Klickraten

Mit Zahlen wurde auf der Messe nicht gegeizt. In einer der ausliegenden Studien stellte der Autor fest, dass ein Standalone-Mailing an 160.000 Adressen immerhin noch eine Öffnungsrate von 24%, eine Klickrate von 2,2% und eine Konversion von 1,2% erzielte. Die Öffnungsrate kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen – bei B2B Standalone-Mailings kommen wir auch in diese Region.

Betreffzeilen

In der Firma wurde das Thema kürzlich heiß diskutiert und auch auf der Messe war darüber einiges zu hören. A/B-Testing empfahlen vielen, aber auch zur optimale Länge gab es ein paar Statements. Fazit: 38 Zeichen sollten genug sein für die Überschrift, maximal 47 – wobei man dann schon diverse Mobilgeräte erfolgreich an ihre Grenzen gebracht hat.

Nachfass bei Nichtbestellern

Konzeptionell sind sich die Anbieter einig, die persönliche E-Mail ist ein Verkaufsschlager. Sei es der Nachfass aufgrund einer nicht zuende gebrachten Shopbestellung oder eine Erinnerungsmail, weil aus dem letzten Newsletter nichts bestellt wurde: die Reaktivierung von Kunden ist ein großes Thema. Spannend: die Akzeptanz der Endkunden gibt den Shopbetreibern recht – Endkunden wollen reaktiviert werden und kaufen dann auch. Allein beim Datenschutz hapert es mal wieder, eine praxistaugliche Regelung ist immer noch in weiter ferne.

Mittagspause

Leider gab’s für das Wetter keinen Blumentopf zu gewinnen, aber immerhin war das Umfeld recht positiv. Ein bisschen Grün, ein paar Bänke, etwas Wasser und Ruhe lies sich problemlos um die Expo herum finden. Kompliment an die Messebetreiber, gut geplant.

Wer in der Mittagspause weder Natur noch Brötchen genießen wollte, konnte sich zwischenzeitlich an der Twitterwall erheitern. Gerüchten zufolge twittern zwar fast nur die Teilnehmer der Such-Expo, aber den ein oder anderen Schmunzler brachten sie trotzdem zustande.

Relevanz

Damit E-Mails von ihren Empfängern gelesen werden, müssen sie für den jeweiligen Empfänger relevant sein. Soweit so einfach. Doch wie sagte einer der Referenzen: “Für Relevanz brauchen Sie eine Menge Daten”. Da waren sich die Referenzen einig: reine Standalone-Mailings vom Schlage fire-and-forget mögen für die Einladung zur Hausmesse ganz nett sein, echtes Mailcommerce ist damit jedoch nicht zu machen.

Tracking

Womit wir beim leidigen Thema Tracking angekommen sind. Auch wenn es sich keiner so direkt zu sagen traute, aber der Datenschutz nach deutschem Verständnis steht im Widerspruch zu den Erfordernissen eines modernen E-Mailmarketings. Double-Opt-In hat die Branche dem Datenschutz noch zugebilligt, beim Tracking hört der Spaß jedoch auf. Das Problem: solange Amazon&Co personaliertes Tracking bis zum Exzess betreiben, wird der streng ausgelegte hiesige Datenschutz zum Wettbewerbsnachteil für Etailer. Ob der Datenschutz refomiert wird, mag ich nicht zu sagen – faktisch ist er in Teilen der Branche bereits obsolet.

Konversion

Relevanz, Tracking, Konversion – alles verschiedene Aspekete derselben Sache. Einer der Referenzen brachte es auf den Punkt: “Normalerweise liegt die Konversion bei maximal 3%. Aber wenn Sie wissen, dass bald Winter ist und ihr Kunde einen VW fährt, dann schaffen Sie mit Discount-Winterreifen für einen VW auch 6% Konversion.”

Fazit: Wer Relevanz haben will, muss Kundenprofile bilden, Daten aggregieren und daraus Rückschlüsse ziehen.

SWYN

Soso… SWYN. Musste erst zweimal hingucken, bis ich’s verstanden hatte: SWYN = Share with your Network. Es ist der Oberbegriff für die Facebook & Twitter Buttons in E-Mails. Interessant: Beim SWYN habe ich auch erstmals funktionale Unterschiede in den verschiedenen E-Mailmarketing Suiten bemerkt. Alle Lösungen können Content auf Twitter und Facebook publizieren, keine Frage. Beim Contentpush auf Xing sieht’s hingegen schon dünner aus – und auch das Vertwittern oder Like’n von einzelnen Beiträgen innerhalb eines Newsletters bekommt nicht jeder hin.

Facebook, Twitter & E-Mail

Eine weitere Studie hat ergeben: Wer Social Media mag, der hat’s auch mit E-Mail. Warum? Facebook, Twitter & Co melden sich permanent per E-Mail. Neue Follower, Kommentare, Check-your-Track uvm. ist den Betreibern stets ein willkommener Grund, den Nutzer zu informieren. Aprops Nutzer: Ein Referent von United Internet hat verkündet, dass es rund 2,9 Milliarden Mailaccounts und gut 1,9 Milliarden E-Mail-Nutzer weltweit gibt. Passend dazu gab’s einen Hieb auf Facebook, frei nach dem Motto: mal sehen, ob die auch in diese Größenordnungen kommen.

Preise durchsetzen

Am Rande der Veranstaltung stieß ich auf ein Management Summary vom iBusiness-Verlag. Dort sprach Joachim Graf ein interessantes Thema an: den Pro-Kopf-Umsatz in der Internet-Branche. Seine These: Die Interaktiven können keine ausreichenden Honorare am Markt durchsetzen, weil ihnen dafür in der Mehrzahl die richtigen Leute fehlen. Recht hat er – es sagt nur leider keiner so direkt.

Zuspruch

Das Interesse an der Veranstaltung war wahrlich gewaltig. Sämtliche Vorträge waren permanent voll belegt – was aber hoffentlich nicht ausschließlich an den mangelnden Sitzgelegenheiten lag. Für eine Fachkonferenz waren ein paar Vorträge etwas zu einfach, andererseits wurde es dadurch aber sicherlich für die “normalen” Unternehmenskunden etwas einfacher.

Unterm Strich bleibt ein guter Tag in Frankfurt, ein paar Kontakte und jede Menge Anregungen. Gerne wieder!

Oma Mariechen – 9.5.1927 bis 29.3.2011

Mittwoch, März 30th, 2011

Oma Mariechen, meine Oma, ist am 29. März 2011 um 3.40 Uhr im Beisein von Mama, Papa und Michaela in Lütersheim verstorben.

Diese tolle alte Frau hat in ihrem Leben vieles überwunden (Krieg, Krebs, alleinerziehend) und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – viel Gutes weitergegeben: Für die Familie und insbesondere für mich war sie immer da. Auch zu den Kindern und Kindeskindern aus der Nachbarschaft hatte sie ein gutes Verhältnis. Sogar mit Urenkelin Julia konnte sie noch spielen und singen. Singen ging sogar noch bis zuletzt im Pflegebett.

Oma Mariechen hatte sich einige Erkenntnisse erarbeitet, die sie zu verschiedenen Gelegenheiten gerne weitergab. Ihre Favoriten waren:

  • “Ach weißt du Junge, ich habe satt Essen, ich bin gesund, ich hab’ es warm – was will ich denn mehr?”
  • “Nur Sonne gibt es nirgends im Leben”

Am 15. Februar 2011 hatte sie einen Schlaganfall, brach sich ein Handgelenk, kam kurzzeitig nach Arolsen ins Krankenhaus und wurde gut zwei Wochen später nach einer medizinischen Odysee als Pflegefall entlassen. Es brauchte gut sechs Wochen, ehe sie im Kreise der Familie ihre letzte Ruhe fand.

Zufall oder Absicht? Sie hatte in früheren Tagen mehrfach betont, dass sie nie im Winter sterben wolle – das sei auf den Beerdigungen immer blöd, wenn man so lange in der Kälte herumstehen muss. Das Ziel ist erreicht.

Ruhe in Frieden, Oma Mariechen.

Tipps für Angehörige:

  • Lasst euch von den Ärzten nicht verarschen. Im Krankenhaus sollte meine Oma zunächst wegen ihres gebrochenen Handgelenks operiert werden – damit der Knochen wieder formschön zusammenwachsen könne. Dass zu dem Zeitpunkt die Lebenserwartung von Oma nur noch ein paar Tage oder Wochen betrug oder das eine Narkose sie ohnehin umgehauen hätte, war den Chirurgen egal. Alles getreu dem Motto: “Wenn man nur einen Hammer hat, sieht die ganze Welt wie ein Nagel aus.” – Besten Dank an dieser Stelle an unseren Hausarzt, der uns von diesem Unsinn deutlich abriet.
     
  • Macht eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht für eure Leute! Wenn heutzutage jemand ins Krankenhaus kommt und er sich nicht vernünftig artikulieren kann, gehört es offenbar zum Klinik-Standard, gleich mal nach einem gerichtlichen Vormund zu fragen. Ernsthaft: Wenn eine Tochter für ihre altersdemente Mutter heutzutage medizinische Entscheidungen treffen will, steht sie ohne Vollmacht auf dünnem Eis. Eh man sich versieht wird der eigene Angehörige mit Magensonden und Beruhigungspillen vollgestopft oder durch die Gerätemedizin durchgeschleust.

Jugendarbeit in Mellnau 2010

Mittwoch, Februar 23rd, 2011

In Zeiten knapper öffentlicher Kassen, Kürzungen und Umstrukturierungen ist das Thema Jugendarbeit ein heißes Eisen.  Öffentliche Jugendförderung findet primär in den Städten statt, auf den Dörfern kommt sie jedoch nicht oder nur im geringen Umfang an. Jugendarbeit bleibt auf dem Dorf ein Thema für die Vereine und die Kirche. Dies gilt auch für Mellnau und die Kirchengemeinde Rosphetal-Mellnau.

Im Q4/2009 fanden sich ein paar Mellnauer, die ehrenamtlich Jugendarbeit im Rahmen der Kirche anbieten wollten.  Das Konzept: Durch gelegentliche Events sollten die Kinder und Jugendlichen über alle Vereine hinweg zusammengeführt werden. Dabei wollten wir auch diejenigen integrieren, die nicht die Angebote der Vereine nutzen. Diesen Plan haben wir ein Jahr lang umgesetzt – und hier nun meine persönliche Rückschau auf das Jahr 2010.

Die grööößte Pizza Mellnaus

Gruppenbild vom PizzabackenPizzabacken mit Kids&Teens am 2.1.2010.

Am 2. Januar um 16.00 Uhr war es soweit, 11 junge und 4 ältere Mellnauer trafen sich am DGH und wollten Backen. Der Plan war einfach: Zwei riesige Pizzableche sollten im Bürgerhaus belegt und danach im Backhaus gebacken werden. Anschließend sollten die Bleche wieder zurück ins Bürgerhaus gebracht werden, wo wir sie in Ruhe verspeisen wollten.

Fotos & Bericht: http://jalbum.net/browse/user/album/903159/

1. Mellnauer Teenie Biwak

Waldwanderung mit anschließendem Lagerfeuer am 29.5.2010.

Am 29. Mai um 15 Uhr ging es los: 12 Kids und 3 Bollerwagen eilten dem Wald entgegen, begleitet von Katrin Schwarz, Kirsten Becker und Andreas Ditze. Vom Start weg überraschten uns die Jugendlichen: Die einen wollten in Flip-Flops durch den Wald, die anderen kamen in kompletter Wandermontur. Einer hatte sogar so viel Energie, dass er die Wandergruppe für ein paar Minuten verlies „um mal eben nach seiner Scheune zu gucken“, die ein paar hundert Meter vom Weg entfernt lag.

Fotos: http://jalbum.net/browse/user/album/903144/
Bericht: http://ditze.net/themen/20100626-20100626-Rueckblick1MTB.pdf

„Konficup 2010 in Elnhausen“

Aufbau, Training und Begleitung der Konfirmanden Rosphetal-Mellnau zum Konficup am 28.7.2010.

Am 28. August 2010 stand für die Konfirmanden aus Oberrosphe, Unterrosphe, Göttingen und Mellnau der Konficup 2010 in Elnhausen auf dem Programm. Der Cup begann für unser Team Rosphetal-Mellnau mit einem Spiel gegen Sterzhausen – das Elend endete 15 Minuten später mit einer herben Schlappe. Jede Mannschaft hatte zwei Tore geschossen, am Ende stand es 4:0 gegen uns.

Fotos: http://jalbum.net/browse/user/album/906446/
Bericht: http://www.mellnau.de/data/mk/2010/Kuckuck_2010_04.pdf (Seite 9)

„Draußentag der Konfirmanden“

Begleitung der Konfirmanden Rosphetal-Mellnau bei der Erkundung des Burgwalds am 2.10.2010.

Morgens um 9:00 Uhr trafen wir uns in Oberrosphe und wanderten noch in strömendem Regen  in den Wald. Dort gab es in einer schönen Hütte im Dickicht des Waldes erst einmal ein umfangreiches Frühstück, das zusammengestellt war aus den Sachen, die wir selber mitgebracht hatten. Zum späteren „Waldgrillen“ machten wir  ein Lagerfeuer. Dann gingen wir mit dem Förster in den Wald.

Fotos: http://jalbum.net/browse/user/album/906533/
Bericht: http://ditze.net/2010/09/konficup-2010-in-elnhausen/

Fazit nach einem Jahr Kinder- und Jugendarbeit

  • es gab vier Veranstaltungen im ersten Jahr
  • an allen Veranstaltungen nahmen stets zwischen 10 und 20 Kinder und Jugendliche teil
  • der Kreis der ehrenamtlichen Helfer ist größer geworden
  • die Verknüpfung zur Kirche funktioniert und ergänzt sich gut
  • alle Veranstaltungen kosten Geld (primär Essen+Getränke)

Ehrenamtliche Helfer für die Kinder- und Jugendarbeit in Mellnau

  • Kirsten Becker
  • Nadine Balzer
  • Andreas Ditze
  • Simone Nitschke
  • Michael Lins
  • Pfr. Wilma Ruppert-Golin

Ausblick für 2011

Wir, die ehrenamtlichen Helfer, wollen auch in 2011 im Rahmen der Kirche vier Veranstaltungen für die Kinder und Jugendlichen in Mellnau anbieten. Wir verstehen unsere Arbeit als Ergänzung zu den Ortsvereinen. Wir wollen den Gemeinsinn der Jugend wecken und dadurch langfristig unserer Dorfgemeinschaft etwas Gutes tun. Mit dieser Mission starten wir durch ins neue Jahr.

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