Datenschutz

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Homecloud-Server

Dienstag, Oktober 11th, 2011

GMail rückt die cloudigen Mails an Behörden heraus, manche Clouds leiden bei schlechtem Wetter an Gedächtnisverlust und manchmal gehen Firmen von heute auf morgen kaputt – und mit ihnen “ihre” Cloud. Cloud an sich kann also ziemlich daneben sein, Cloud im Sinne von ich kann immer an meine Daten” finde ich hingegen toll. Was liegt da näher, als sich einfach selber einen Cloud-Server zu bauen.

Mein Bauvorschlag, die Konfiguration, Erfahrungen und Tipps zum Aufsetzen habe ich auf http://ditze.net/homecloud-server-im-eigenbau/ zusammengefasst.

Email-Expo 2011

Montag, Mai 16th, 2011

Am 16.5.2011 fand in Frankfurt zum dritte Mal die Email Expo statt. Mit über 30 Ausstellern und drei Dutzend Vorträgen war die Messe bereits interessant – doch die Veranstalter setzten noch etwas drauf: Erstmals standen die Themen “Search” und “UX” (Usability, Experience & Joy) mit der Agenda. Klasse, dadurch wurde die Veranstaltung richtig rund!

Begrüßt wurde ich von zwei übereifrig winkenden Parkplatzwächtern, da war gleich gute Stimmung auf dem Parkplatz. Kurz darauf stellte sich heraus, dass sich die beiden weniger auf meine Ankunft sondern mehr über die 13€ Parkgebühren gefreut hatten… aber gut, dass lies sich verschmerzen.

Email Expo Agenda

Über 20 Vorträge beschäftigten sich mit Success Stories, Performance Marketing und die geschickte Verknüpfung von Social Media, E-Mailmarketing und Suchmaschinenoptimierung. Klasse: reine Werbeveranstaltungen kamen im gesamten Vortragsprogramm (fast) nicht vor – und selbst den Beitrag von United Internet fand ich unterhaltsam :-)

Search & UX Expo

Der kleinere Teil der Expo beschäftigte sich mit SEO und SEM/SEA. Hier habe ich insbesondere mitgenommen, dass das “klassische” Backlink-Building der SEO-Greyhats nicht mehr das allein seligmachende Patentrezept für ein gutes Ranking ist. Personalisiertes Ranking (Google) und die neuen Suchalgorithmen von Bing USA werden die Veränderung bringen.

Klickraten

Mit Zahlen wurde auf der Messe nicht gegeizt. In einer der ausliegenden Studien stellte der Autor fest, dass ein Standalone-Mailing an 160.000 Adressen immerhin noch eine Öffnungsrate von 24%, eine Klickrate von 2,2% und eine Konversion von 1,2% erzielte. Die Öffnungsrate kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen – bei B2B Standalone-Mailings kommen wir auch in diese Region.

Betreffzeilen

In der Firma wurde das Thema kürzlich heiß diskutiert und auch auf der Messe war darüber einiges zu hören. A/B-Testing empfahlen vielen, aber auch zur optimale Länge gab es ein paar Statements. Fazit: 38 Zeichen sollten genug sein für die Überschrift, maximal 47 – wobei man dann schon diverse Mobilgeräte erfolgreich an ihre Grenzen gebracht hat.

Nachfass bei Nichtbestellern

Konzeptionell sind sich die Anbieter einig, die persönliche E-Mail ist ein Verkaufsschlager. Sei es der Nachfass aufgrund einer nicht zuende gebrachten Shopbestellung oder eine Erinnerungsmail, weil aus dem letzten Newsletter nichts bestellt wurde: die Reaktivierung von Kunden ist ein großes Thema. Spannend: die Akzeptanz der Endkunden gibt den Shopbetreibern recht – Endkunden wollen reaktiviert werden und kaufen dann auch. Allein beim Datenschutz hapert es mal wieder, eine praxistaugliche Regelung ist immer noch in weiter ferne.

Mittagspause

Leider gab’s für das Wetter keinen Blumentopf zu gewinnen, aber immerhin war das Umfeld recht positiv. Ein bisschen Grün, ein paar Bänke, etwas Wasser und Ruhe lies sich problemlos um die Expo herum finden. Kompliment an die Messebetreiber, gut geplant.

Wer in der Mittagspause weder Natur noch Brötchen genießen wollte, konnte sich zwischenzeitlich an der Twitterwall erheitern. Gerüchten zufolge twittern zwar fast nur die Teilnehmer der Such-Expo, aber den ein oder anderen Schmunzler brachten sie trotzdem zustande.

Relevanz

Damit E-Mails von ihren Empfängern gelesen werden, müssen sie für den jeweiligen Empfänger relevant sein. Soweit so einfach. Doch wie sagte einer der Referenzen: “Für Relevanz brauchen Sie eine Menge Daten”. Da waren sich die Referenzen einig: reine Standalone-Mailings vom Schlage fire-and-forget mögen für die Einladung zur Hausmesse ganz nett sein, echtes Mailcommerce ist damit jedoch nicht zu machen.

Tracking

Womit wir beim leidigen Thema Tracking angekommen sind. Auch wenn es sich keiner so direkt zu sagen traute, aber der Datenschutz nach deutschem Verständnis steht im Widerspruch zu den Erfordernissen eines modernen E-Mailmarketings. Double-Opt-In hat die Branche dem Datenschutz noch zugebilligt, beim Tracking hört der Spaß jedoch auf. Das Problem: solange Amazon&Co personaliertes Tracking bis zum Exzess betreiben, wird der streng ausgelegte hiesige Datenschutz zum Wettbewerbsnachteil für Etailer. Ob der Datenschutz refomiert wird, mag ich nicht zu sagen – faktisch ist er in Teilen der Branche bereits obsolet.

Konversion

Relevanz, Tracking, Konversion – alles verschiedene Aspekete derselben Sache. Einer der Referenzen brachte es auf den Punkt: “Normalerweise liegt die Konversion bei maximal 3%. Aber wenn Sie wissen, dass bald Winter ist und ihr Kunde einen VW fährt, dann schaffen Sie mit Discount-Winterreifen für einen VW auch 6% Konversion.”

Fazit: Wer Relevanz haben will, muss Kundenprofile bilden, Daten aggregieren und daraus Rückschlüsse ziehen.

SWYN

Soso… SWYN. Musste erst zweimal hingucken, bis ich’s verstanden hatte: SWYN = Share with your Network. Es ist der Oberbegriff für die Facebook & Twitter Buttons in E-Mails. Interessant: Beim SWYN habe ich auch erstmals funktionale Unterschiede in den verschiedenen E-Mailmarketing Suiten bemerkt. Alle Lösungen können Content auf Twitter und Facebook publizieren, keine Frage. Beim Contentpush auf Xing sieht’s hingegen schon dünner aus – und auch das Vertwittern oder Like’n von einzelnen Beiträgen innerhalb eines Newsletters bekommt nicht jeder hin.

Facebook, Twitter & E-Mail

Eine weitere Studie hat ergeben: Wer Social Media mag, der hat’s auch mit E-Mail. Warum? Facebook, Twitter & Co melden sich permanent per E-Mail. Neue Follower, Kommentare, Check-your-Track uvm. ist den Betreibern stets ein willkommener Grund, den Nutzer zu informieren. Aprops Nutzer: Ein Referent von United Internet hat verkündet, dass es rund 2,9 Milliarden Mailaccounts und gut 1,9 Milliarden E-Mail-Nutzer weltweit gibt. Passend dazu gab’s einen Hieb auf Facebook, frei nach dem Motto: mal sehen, ob die auch in diese Größenordnungen kommen.

Preise durchsetzen

Am Rande der Veranstaltung stieß ich auf ein Management Summary vom iBusiness-Verlag. Dort sprach Joachim Graf ein interessantes Thema an: den Pro-Kopf-Umsatz in der Internet-Branche. Seine These: Die Interaktiven können keine ausreichenden Honorare am Markt durchsetzen, weil ihnen dafür in der Mehrzahl die richtigen Leute fehlen. Recht hat er – es sagt nur leider keiner so direkt.

Zuspruch

Das Interesse an der Veranstaltung war wahrlich gewaltig. Sämtliche Vorträge waren permanent voll belegt – was aber hoffentlich nicht ausschließlich an den mangelnden Sitzgelegenheiten lag. Für eine Fachkonferenz waren ein paar Vorträge etwas zu einfach, andererseits wurde es dadurch aber sicherlich für die “normalen” Unternehmenskunden etwas einfacher.

Unterm Strich bleibt ein guter Tag in Frankfurt, ein paar Kontakte und jede Menge Anregungen. Gerne wieder!

Den Staat vom Leib halten

Mittwoch, Dezember 16th, 2009

gerhart-baumUm 20.15 Uhr lief heute in der Tagesschau ein Bericht über die Klage von ca. 34.000 Bundesbürgern gegen die Vorratsdatenspeicherung. In dem Beitrag kam auch ein gewisser Gerhart Baum zur Sprache, der in wenigen Worten zusammenfasste, was ich so kaum für möglich gehalten hätte.

Zur besten Sendezeit sagte er wörtlich: [Die Vorratsdatenspeicherung] “ist ein schwerer Grundrechtseingriff in unsere Privatheit. Wir haben keinerlei Anlass gegeben das der Staat unsere Daten sammelt. Wir müssen in diesem Land in der Lage sein, uns den Staat vom Leib zu halten, wenn wir uns ordnungsgemäß verhalten.

Jawohl, recht hat der Mann! Anstatt den Staat für alles und jedes persönliche Ungemach verantwortlich zu machen, sollte unser Anspruch genau in die andere Richtung gehen. Jeder Mensch möge sich so entfalten wie es ihm deucht – und nur wo es unbedingt geboten ist, sollte der Staat eingreifen. Unser Land braucht mehr Gerhart Baums, gerne auch noch stärker in der Öffentlichkeit. Wenn schon nicht im Fernsehen, dann wenigstens hier im Blog.

An dieser Stelle noch einen schönen Gruß an Stepro von Wikipedia.de. Stepro hat es geschafft, den o.g. Quote innerhalb von 2 Minuten zu löschen mit der Bemerkung “keine ausreichende Quellenangabe, nix tagesaktuelles einfügen”. Na, dann warten wir doch einfach noch ein paar Jahre ab, bis das Zitat gut abgehangen ist. Oder sollte ich stattdessen besser sagen: “wir müssen in diesem Wikipedia in der Lage sein, uns die Admins vom Hals zu halten, wenn wir ordnungsgemäß posten?” ;-)

Ein schwarzer Tag für die Demokratie

Samstag, Juni 20th, 2009
Am 18.06. beschloss die Große Koalition, die Grundlagen für die Zensur des Internets in Deutschland zu legen. In der Abstimmung im Bundestag (Archiv) votierten lediglich Die Linken und die FDP dagegen, die Grünen enthielten sich mehrheitlich (was in diesem Fall einer Zustimmung gleichkam) und die SPD lies sich vor den Karren der CDU spannen.
Was bleibt? Um es mit den Worten der TAZ zu sagen: Es wurde ein politischer Dammbruch herbeigeführt. Vielen Dank, liebe SPD.
 
Angesichts der konstruktiv-interessierten Signale, die die SPD im Vorfeld dieser Abstimmung aussandte und der Tatsache, dass über 130.000 Bürger gegen dieses Gesetz eine Petition unterschrieben haben, bin ich vom Abstimmungsergebnis enttäuscht… und das sage dies nicht nur als Mitglied der “Generation C64″ sondern auch als politisch interessierter Unternehmer, der damals Gerhard Schröder ins Kanzleramt gewählt hat. Ein schlechter Tag für den Souverän!
 
Liebe SPD, redet doch in der nächsten Fraktionssitzungen mal darüber, wie solche politischen Manöver bei manchem Wähler ankommen. Da die SPD Stammwähler verliert oder zumindest nicht mehr im gewohnten Maße mobilisieren kann, hielte ich es für geboten, zum frei denkenden Wechselwähler etwas Vertrauen aufzubauen. Die Entscheidung zur Internet-Zensur hat dazu ganz und gar nicht beigetragen – und das, obwohl die besagte Generation C64 noch locker 30-40 Jahre wahlberechtigt ist.

Amerikanischer Purismus – pur!

Dienstag, Mai 5th, 2009

Das unsere verehrten Nachbarn in Übersee ein Problem mit ihrem Verhältnis zur Sexualität haben, dürfte sich mittlerweile ja herumgesprochen haben. Nun, sei’s drum, jeder hat halt so seine Macken. Aber was die US-Amerikaner nun in Gestalt von Microsoft machen, ist – aus deutscher Sicht – wahrlich ein Hohn.

Aus Spaß wird Ernst: Geben Sie mal auf Microsofts Mini-Google-Konkurrent www.live.com als Suchwort “strumpfhose” ein. Suchen Sie einfach mal nach einer Strumpfhose… egal ob für den Eigenbedarf, für den Ehepartner, die Nachbarin oder um damit eine Bank zu überfallen. Das persönliche Motiv spielt für das Ergebnis keine Rolle:

Der amerikanische Purismus greift um sich

Der amerikanische Purismus greift um sich

Ist das nicht schlimm? Diese Art von geistiger Selbstverstümmelung ist meiner Meinung nach der Ausgangspunkt für eine ganz böse Entwicklung. Konkret: Heute sperrt Microsoft den Begriff “Strumpfhose” und bereits heute ist dem Unternehmen bekannt, wer sich nach Strumpfhosen erkundigt hat (über die IP-Adresse).

Wie also geht es nun weiter? Keine Frage: Demnächst wird es heißen, dass alle, die nach Strumpfhosen suchen, entweder Banken überfallen oder damit nachts schwarze Katzen auf dem Friedhof auspeitschen. So oder so – beide Interessen sind zutiefst verdammungswürdig, daher werden die Identitäten der “Strumpfhosen-Anfrager” einfach mal prophylaktisch an das BKA weitergeleitet. Die Behörden können ja dann mal überprüfen, ob derjenige Dreck am Stecken hat.

Sobald das passiert ist, werden alle, die das Wort Strumpfhose in der Öffentlichkeit aussprechen, bemüht sein, sich dafür zu entschuldigen oder zumindest darauf hinzuweisen, dass sie natürlich niemals Banken überfallen oder nachts schwarze Katzen auspeitschen – willkommen in der wunderbaren Welt der geistigen Selbstzensur.

Wer jetzt glaubt, dieser Unfug sei nur eine Art “Fundstück der Woche”, der irrt. Beispiele dieser Art finden sich zu hauf – auch und insbesondere in den aktuellen politischen Diskussionen. Die mündigen Bürger sind gut beraten, bei diesen Diskussionen sehr genau hinzusehen. Ich werden hinsehen!

Tätigkeitbericht des Bayerischen Datenschutzbeauftragten 2001/2002

Sonntag, Februar 15th, 2009

In diesem Bericht beschreibt ein Landesdatenschutzbeauftragter, wie sich die Arbeitsweisen von Polizei und Verfassungsschutz in Bayern nach dem 11. September 2001 entwickelt haben. Hier wird von offensichtlichen Verfassungs- und Gesetzesbrüchen berichtet, die direkt vor unserer Haustür passieren. Ich habe den Bericht hier archiviert, um ihn auch für die Zukunft einigermaßen verfügbar zu halten. Man weiss ja nie, ob so ein Datenschutzbeauftragter nicht auch irgendwann mal wegen zu kritischer Berichterstattung ausgewechselt wird…

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