Kinder

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D-A-CH wird D-O-OF

Sonntag, November 22nd, 2009

Treibt Sie auch die Sorge von der Umkehr des Flynn-Effekts um? Wohl kaum – und dennoch kennen Sie das Problem.

Der Flynn-Effekt besagt, dass bis Ende der 1990er Jahre der durchschnittlich ermittelte IQ in den westlichen Industrienationen gestiegen ist. Soweit so gut. Leider ist aber auch die Umkehr dieses Effekts zu beobachten, denn seit gut 10 Jahren sinkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz der durchschnittliche IQ. Schlimm (und für mich neu) daran ist, dass dieses Absinken mittlerweile wissenschaftlich Belegbar ist. Neben den bekannten PISA-Studien gibt es also weitere psychologische Erhebungen, die augenscheinlich belegen: wir verdoofen!

Der Fairness halber sei erwähnt, dass Flynn nicht frei von Kritik ist. Trotzdem mag ich nicht von der Hand weisen, diesen “Effekt” im echten Leben schon beobachtet zu haben.
Tipp: Wer sich des Themas weiter annehmen will ohne zu viel lesen zu müssen, der mag sich das Hörbuch zur Generation Doof anschaffen. Das (Hör)buch polarisiert die Verdoofung in Deutschland und regt zum selber-nachdenken an.

Das Problem der globalen Verdoofung wird übrigens auch auf der anderen Seite des Großen Teichs wahrgenommen. In den USA hat der beinharte Superheld Client Eastwood kürzlich festgestellt: “[We're] becoming more juvenile as a nation. The guys who won World War II and that whole generation have disappeared, and now we have a bunch of teenage twits.”
Frei übersetzt: “Wir werden als Nation immer kindischer. Die Typen, die den 2. Weltkrieg gewonnen haben, sind verschwunden. Jetzt haben wir nur noch einen Haufen Teenager-Trottel.”

Und Sie machen sich immer noch keine Sorgen?

Anton braucht Hilfe

Donnerstag, November 19th, 2009

button_enVor ein paar Tagen erreichte mich eine Nachricht von Anton Mangstl aus Italien. Dr. Mangstl ist dort Direktor der Knowledge Exchange and Capacity Building Division bei der FAO – gemeinhin auch als Welternährungsorganisation bekannt.

Diese Organisation hat eine neue Online-Petition gegen den weltweiten Hunger auf den Weg gebracht und sucht nach Unterstützern. Da ich Anton Mangstls Divison und deren gute Arbeit aus erste Hand kenne, nehmen ich seinen Appell gerne auch in dieses Blog auf.

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Dear Colleagues,

Over one billion people live in chronic hunger… Every six seconds,  a child dies of hunger…

By signing a new on-line petition to eradicate world hunger at www.1billionhungry.org,  you can actively lend your voice to a growing global movement,  and send a powerful message to world leaders: that it is unacceptable that one billion people live in chronic hunger, and changing this reality should be our top priority.

We would greatly appreciate it if you could help to widely promote this cause.   Here are some of the many ways that you can assist:

Thank you in advance for your active participation in promoting this cause!

Best regards,
Dr. Anton Mangstl
Director, Knowledge Exchange and Capacity Building Division
Knowledge and Communication Department
FAO of the United Nations – Rome (Italy)

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Meine Meinung: Anton verdient unsere Unterstützung! Auf geht’s zur Petition.

Sauereien im September

Montag, Oktober 12th, 2009

Im September 2009 stand nicht nur die Bundestagswahl an. Leider standen auch einige Sauereien auf dem Programm, die ich hier zur Erinnerung benennen möchte. In Summe muss man sagen, dass der September ein Trauerspiel für die Gesellschaft in Deutschland war:

1. Kleines Mädchen in der Kanalisation zum Sterben eingesperrt

Im nordrhein-westfälischen Velbert-Neviges wurde die neunjährige Kassandra in einen Regenkanalschacht geworfen, mit Steinen überdeckt und dann dort liegengelassen. Anschließend wurde der Kanaldeckel wieder zugezogen, der Tod des kleinen Mädchens billigend in Kauf genommen. Ein Spürhund fand die Kleine noch rechtzeitig, die Folgen der Tat sind noch lange nicht absehbar. [Mehr lesen]

2. Totgetreten, weil er half!

Der Unternehmer Dominik Brunner, kaufmännischer Chef der Erlus AG, beschützte in einer Münchner S-Bahn vier Teenies (13-15 Jahre) vor zwei randalierenden Jugendlichen (17-18 Jahre). Erst rufte er per Handy die Polizei, dann schritt er gegen die Gewalt der Jugendlichen ein. Das erschütternde Ergebnis: 20 unbeteiligte Bahnfahrer schauen dabei zu, wie Dominik Brunner von den drei Randalierern zu Tode geprügelt wird! Ich erspare mir den Zeigefinger, ich war nicht dabei und hinterher hat man ja immer “gut Reden”. Aber das alle(!) Erwachsenen wegsehen, während ein paar Meter neben ihnen jemand hingerichtet wird, wirft ein erschreckendes Bild auf unsere Gesellschaft. Buchstäblich jeder kann jetzt der nächste sein – morgens, mittags, abends, in der Rushhour, in der Innenstadt, überall. Sollte das die Konsequenz des Nicht-Handels sein? Handeln tut not!

3. Polizisten beim Prügeln erwischt

Unter dem Stichwort “Prügelorgie der Berliner Polizei” tauchten im September mehrere Videos im Internet auf. Die Filme zeigen übergriffe der Ordnungshüter auf offensichtlich “harmlose” Demonstranten während der Freiheit-statt-Angst-Demonstration gegen den ausufernden Überwachungsstaat. Ironie des Schicksals: Permanent fordert unser Bundesinnenminister, das Volk noch schärfer per Video bei all den täglichen Straftaten überwachen zu dürfen – und nun gerät die Staatsmacht ausgerechnet wegen eines Videos unter Druck. Bleibt nur zu hoffen, dass der Staatsanwalt sich nicht vom Justizministerium einschüchtern lässt…

Robert hat sein Taschenmesser mitgebracht

Freitag, Juli 24th, 2009

Die Zeiten ändern sich… das ist so. Manche Veränderung kommt einem heute ganz normal vor – aber “normal” war längst nicht immer normal. Wie seltsam sich der Umgang mit unserer nachwachsenden Generation verändert hat, zeigt die folgende Geschichte.

Szenario: Robert schießt eine Fensterscheibe ein und kriegt deshalb von seinem Vater eine Ohrfeige.

1973 – Robert passt jetzt besser auf, wird erwachsen und führt ein normales Leben.

Heute – Roberts Vater wird wegen Kindesmisshandlung eingesperrt. Robert wird der Mutter weggenommen und in ein Heim für Prügelkinder gesteckt. Roberts kleine Schwester wird vom Psychologen suggeriert, dass sie auch misshandelt wurde. Der Vater kommt nie wieder aus dem Knast und die Mutter fängt ein Verhältnis mit dem Psychologen an.

Mehr dieser Geschichten und die Antwort auf die Frage, was es mit Roberts Taschenmesser auf sich hat, gibt es hier (Powerpoint, 100kB).

Rabeneltern kaufen Haberpuppen

Dienstag, April 28th, 2009

Elternzeit… das ist die Zeit, in der mann älter wird. Bei dem Versuch, unsere kleine Tochter wohlbehütet ins Leben zu bringen, wollen natürlich auch meine liebe Frau und ich alles perfekt machen. Wir kaufen Biobrei, Biobananen, hautschonendes Shampoo ohne Wirk- und sonstige Inhaltsstoffe, calciumarmes Mineralwasser und Lilly, die liebe Schwester von Lottenatürlich pädagogisch wertvolles Spielzeug.

Zu Weihnachten wurde Lilly ein Mitglied unserer Familie, eine kleine süße Stoffpuppe von Habermaaß. Für alle nicht-Väter sei hier der Form halber erwähnt, dass viele Menschen (und fast alle Mütter) auf dem Standpunkt stehen, “Habermaaß ist gut.” Diese Meinung sollten wir Väter natürlich tunlichst übernehmen.

Heute nun erreichte uns das neue “Jahrbuch Kleinkinder” von Ökotest. Für nicht-Väter: Wenn man ein Kind bekommen hat, wird so ein Abo pflicht. Sei’s drum: In diesem Jahrbuch steht nun über Lillys böse Schwester(?) Lotta: Prüfurteil ungenügend!

  • Die Haare können verschluckt werden… ok, dass ist ein Argument.
  • Die Schnürsenkel der Puppe überschreiten die in DIN ISO EN 0815 festgelegte Maximallänge für Kinderpuppenschnürsenkel um mehrere Millimeter. Es droht Strangulierungsgefahr! Strangulierungsgefahr!!!
  • Zuviele zinnorganische Verbindungen… das sind laut Google so mit die gefährlichsten Chemikalien der Welt. Oh Gott, wir sind Rabeneltern.

Was bleibt? Lilly gehört mittlerweile schon irgendwie zur Familie oder zumindest zum ständigen Inventar der Spielzeugkiste. Ein Austausch kommt nicht in Frage, denn einerseits würde die hochverehrte Tochter dies natürlich bemerken und nicht tolerieren, andererseits mangelt es aber auch an Austauschprodukten. Die Ökotester bieten nur eine Alternative ein: Nanchen Natur Mops rosa. Schon der Name klingt nicht so, als sollte ein liebender Vater so etwas schenken. Achja, und Nanchen hat natürlich auch Killerschnürsenkel, allerdings lösen sie sich erst ab 40 Newton Kraftaufwand.

Mein Fazit: Rabeneltern kaufen Haberpuppen.

Lambada im Badezimmer

Montag, April 27th, 2009

Neulich morgens, 07.15 Uhr,  Lambada-Seehund-Nachttopfmache mich fertig für den Weg zur Arbeit. Höre aus dem Badezimmer eine vertraute, wenn auch unerwartete Melodie. Lambada! Aus-dem-Badezimmer, wohlgemerkt um kurz nach sieben am frühen Morgen.

Ich vergewisserte mich schnell, ob ich möglicherweise im falschen Hausflur oder vielleicht noch im Traumland bin. Pustekuchen, alles normal. Normal… was ist schon normal.

Ein Blick ins Badezimmer brachte dann die Antwort: Meine liebe Frau hatte für meine hochverehrte Tochter (14 Monate) einen Nachttopf gekauft. Aber da Kleinkinder des 21. Jahrhunderts nicht einfach in eine Plastikschüssel ka… machen, sondern ihre Geschäfte in unterhaltsamer Atmosphäre verrichten wollen, hat die Industrie sich ein Herz gefasst und fröhlich trällernde Nachttöpfe im Robbe-Robby-Seehund-Look erstellt. Da saßen also meine beiden Damen, erfreut im Badezimmer auf dem Fußboden, die eine fröhlich ob der physischen Katharsis, die andere erfreut, dass der erste Toilettengang so gut klappte.

Morgens, kurz vor halb acht, in Deutschland.