Mysteriös

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Doris Kruse ist doof?!

Dienstag, August 18th, 2009

wdr_monitorKennen Sie Doris Kruse? Wohl kaum, denn eigentlich ist sie ein Noname. Doris ist Mutter einer Tochter, hat über zehn Jahre in verschiedenen Jobs gearbeitet… und seit Neuestem ist sie geistig behindert. Zumindest sagt das die Agentur für Arbeit. Eigentlich ist die Geschichte jetzt vorbei, Doris ist doof und Doris ist nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik. Soweit sogut.

Dummerweise kam die Geschichte aber der Redaktion von Monitor zu Ohren. Monitor recherchierte, machte einen hübschen TV-Beitrag und der Zuschauer rieb sich verwundert die Augen: Doris Kruse gab ein ganz normales Interview, sie wirkte nicht verrückt, die Nachbarn sprachen gut über sie und auch ihre Tochter schien irgendwie “normal”.

Vielleicht war die Agentur für Arbeit von Frau Kruse deshalb etwas irritiert, weil die gute Doris öffentlich bekannte, dass sie gerne Arbeiten wolle. Getreu dem Motto: Wer Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.

Mein Fazit: Man glaubt es kaum, aber offenbar können die Arbeitsagenturen Menschen für Blöd erklären, sie in eine Behindertenwerkstatt abschieben und somit die Arbeitslosenstatistiken schönen. Die ethischen und sozialen Fragen bleiben dabei außen vor – wie so oft müssen Diener der Staatsmacht ja nicht für ihre Entscheidungen selber haften. Pfui!

Weiterführende Links:

  • Behindert nach Aktenlage: Wie Langzeitarbeitslose aus der Statistik verschwinden
  • Sendungsmanuskript als PDF, Diskussionsforum von Monitor
  • Videobeitrag + Diskussionsrunde auf Youtube

Modernes Denunziantentum

Donnerstag, August 6th, 2009

In Nordrhein-Westfalen gibt es einen (ehemaligen) Abteilungsleiter im Landesumweltministerium. Sein Name: Harald Friedrich.

Harald Friedrich wurde von seinem eigenen Ministerium angezeigt. Bandenmäßiger Betrug, Korruption und Untreue standen im Raum. Und ab da wurde es richtig abenteuerlich:

  • 40 Wohnungen wurden durchsucht
  • 2.000 E-Mails überwacht
  • 4.500 Telefonate abgehört
  • 11.000 Seiten Akten geschrieben

Am Ende kam heraus, dass Harald Friedrich ein paar Geschäftsessen nicht so angegeben hat, wie er es hätte machen sollen. Das Ganze bewegt sich im Bereich eines “Vergehens”… und ist keinesfalls eine Straftat, die diesen Aufwand gerechtfertigt hätte. Das Harald Friedrich ein ausgewiesener Kritiker des amtierenden NRW-Umweltministers Eckhard Uhlenberg ist, gibt der ganzen natürlich ein unschönes Geschmäkle.

Meine Meinung: Hier wurde der Staatsapparat genutzt um einen Regierungskritiker mundtot zu machen. Wie lässt sich sonst erklären, dass nach 40 Wohnungsdurchsuchungen lediglich ein paar lächerliche Currywurst-Bewirtungsbelege gegen einen Beschuldigten vorgebracht werden konnten?! Aufklärung muss her, sofort!

Mehr dazu:

Wir haben das im Etat nicht geplant

Montag, Juli 20th, 2009

Grafiker, Webdesigner, Fotografen und andere Freiberufler in der New Media Industrie kennen das: Wenn es um das liebe Geld geht, argumentieren manche Kunden recht unkonventionell.

Im folgenden Video wurden die typischen “das-kann-doch-nicht-soviel-kosten”-Arumente zusammengetragen und in das wahre Leben übertragen. Humorvoll, amüsant und “typisch New Media”.

The Vendor Client Relationship – in real world (mit dtsch. Untertitel)

Polizisten stürmen den Eisenberg

Freitag, Juli 17th, 2009

Die Medien haben sich kaum dafür interessiert, passiert ist es trotzdem: Am 30.04.2009 töteteten zwei Polizisten Tennessee Eisenberg, einen 24-jährigen Student aus Regensburg.

Die Geschichte kurz & knapp: Tennessee Eisenberg bedrohte offenbar einen Mitbewohner mit einem Messer. Die Polizei rückt an und will für Ordnung sorgen. Kurz danach fallen Schüsse, Tennessee Eisenberg stirbt.

Nun könnte man die Sache zu den Akten legen, denn letztlich ist dies doch “nur” das tragische Ende eines Polizei-Routineeinsatzes. So könnte man es meinen, aber ein paar Fakten stimmen nachdenklich:

  • Die Leiche weist keine Blutergüsse auf –  obwohl vor den Schüssen Pfefferspray und Schlagstöcke zum Einsatz gekommen seien sollten.
  • 2 Polizisten haben insgesamt 16 Schuss auf den Studenten abgegeben – und gaben anschließend an, sie haben in Notwehr geschossen.
  • Tennessee Eisenberg wurde von 13 Schüssen getroffen – Notwehr?!
  • Last but not least: 2 der 16 Schüsse trafen Tennessee Eisenberg in den Rücken! Merke: Notwehr = 11 Schuss vorne + 2 Schuss Rücken

Erstaunlicherweise lassen sich die beiden Schüsse in den Rücken nicht mehr klar nachweisen.
Man liest hierzu: Der “Schusskanal” sei nicht mehr sicher rekonstruierbar, da während der Organentnahme im Rahmen der ersten Obduktion die Spuren vernichtet worden seien.

Getreu dem Motto “wo Rauch ist, ist auch Feuer” liegt es für mich auf der Hand, dass hier etwas im Busch ist. Haben Rambo-Polizisten den Eisenberg gestürmt? Fühlten sich die ausgebildete Polizisten (33+40 Jahre) von einem messerschwingenden Studenten so krass bedroht, dass er auf diese Weise getötet werden musste? War es eine Hinrichtung oder doch “nur” eine Tragödie? Aufklärung tut Not, liebe Staatsanwaltschaft.

Ein wenig mehr zum Thema gibt es hier:

  1. http://www.sueddeutsche.de/H5D387/2970752/Ungereimtheiten-im-Fall-Eisenberg.html
  2. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,635740,00.html
  3. http://www.charivari.com/aktuell/meldungen/article/regensburger-staatsanwaltschaft-rechnet-bald-mit-ergebnissen-im-fall-eisenberg.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=33&cHash=31904b8607
  4. http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/bayern-oberpfalz-aus-der-mz/artikel/toedliche_schuesse_erneute_obd/425443/toedliche_schuesse_erneute_obd.html

Mit einem Schmerzen im Herzen

Mittwoch, April 22nd, 2009

Vor ein paar Tagen habe ich Season 3 der Serie “Bones – die Knochenjägerin” gesehen. Eine gute Season, die Charaktere haben sich gut entwickelt, fast alle der 15 Folgen haben Spaß gemacht.

Bones

Bones - die Knochenjägerin

Aber: Dieser Season wurde der Streik der Drehbuchautoren (Ende 2007) zum Verhängnis. Das die Season gerade mal 15 Folgen hatte, konnte einen schon stutzig machen. So richtig böse wurde es aber dann in der letzten Folge, “The Pain in the Heart”.

Achtung, ab jetzt droht Spoilergefahr!

In der letzten Folge wird ein absoluter Noname-Charakter als der Obermotz Gormogon erwischt und getötet. Und wie zur Krönung des Ganzen wird der Youngster Dr. Zack Addy als dessen Schüler enttarnt. Wer die Serie nicht kennt, wird mit den Schultern zucken. Alle anderen werden sich ob dieses Kahlschlags nur wundern…

Hollywood muss wirklich knapp an Autoren gewesen sein, wenn ein lang aufgebauter Oberbösewicht in nichtmal 10 Minuten enttarnt und aus dem Verkehr gezogen wird. Dass dann auch noch der sympathische Logiker Zack sich “zum Bösen” bekehren ließ und der Zuschauer ohne Erklärung dies hinnehmen musste, ist eine üble Wendung dieser Season.

Fazit: Season 3 hätte die beste der bisherigen Staffeln werden können… wenn denn dieses krude Ende nicht gewesen wäre.

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