Wohnungslos

Schon seltsam, das Leben in diesen Tagen. Kürzlich ist doch glatt einem Kollegen nachts um drei Uhr die Wohnung ausgebrannt – puff, weg war sie und mit ihr alles darin. Der materielle Teil des Lebens erfährt dann einfach mal so einen Reset… keine Fotos, keine alten Liebesbriefe, keine Bücher, kein gar nichts. Eine Zäsur allerersten Ranges. Glück im Unglück: alle Kollegen der Firma waren vom Unglück des Kolllegen betroffen – und haben mit Rat&Tat und handfesten Spenden dazu beigetragen, den Start ins „neue“ Leben zumindest etwas zu erleichtern. Toll!

Heute nun „brannte“ es wieder: diesmal in meiner Twitter-Timeline. Ich glaube nicht an Zufälle, also sollte ich wohl dem Link folgen, der mich zum Beitrag der Berliner Bloggerin Creezy geführt hat. Die gute Frau wird gerade zerrieben… hat sich aufgegeben… und sieht nur noch die Spirale abwärts.

Über diese Spirale wird in meinem Freundeskreis ab und an gesprochen – mancher meint, dass unsere Sozial- und Wirtschaftsordnung (=>letztlich der Staat und wir alle) diese Entwicklung begünstigt oder zumindest toleriert. Ich bin geneigt, dem zu glauben, zumindest hat mich meine Selbstständigkeit auch so manches Mal existenziell ins Schwitzen gebracht.

Wie dem auch sei: hier ist eine engagierte Frau, die für sich kein Land mehr sieht – und die meiner Meinung nach etwas „Glück“ im bereits passierten Unglück haben sollte. Denn: ob selbst verschuldet oder nicht, etwas Hilfe schadet hier nicht. Zu Creezys Beitrag geht’s hier lang – und ja, es darf auch gespendet werden 🙂


Ein Kommentar zu “Wohnungslos

  1. Für Creezy ist es sicher im gewissen Sinne eine Wohltat, dass sich so viele Menschen in der Blogosphäre für sie interessieren und helfen möchten. Aber wie ich dort auch schon vor Tagen kommentiert habe, wird das sicher nicht ausreichen, weil sich bei ihr inzwischen ein komplexes Geflecht aus Problemen entwickelt hat, so dass sie umfassende und professionelle Hilfe benötigt.

    Meiner Meinung wurden wir vom Staat, bzw. den verbeamteten Pädagogen sowie den Medien Jahrzentelang belogen und manipuliert. Jetzt erst, wo auch verstärkt Akademiker von Harz4 und Obdachlosigkeit betroffen sind, kommt es zu einem allgemeinen Aufwachen und Erschrecken. Denn es kann Jedem passieren – egal welche Bildung, welche Abschlüsse. Selbstverwirklichung ist nur ein Traum gewesen. Realtität ist, dass viele mit akademischen Titel in niederen Tätigkeiten landen, im Harz4 und auch auf der Strasse.

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