IHK-Wahl 2019 in Marburg

In der Zeit vom 17. Januar bis 19. Februar 2019 stimmen in Marburg und Nordhessen etwa 86.000 Unternehmen darüber ab, welche Menschen sich bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Rahmen der Vollversammlung und der IHK-Regionalversammlung für die Sichtweisen und Interessen der jeweiligen Branchen einsetzen sollen. Ich bin einer der Kandidaten für die Regionalversammlung in Marburg.

Hintergrund

Seit dem Jahr 2001 bin ich als Gesellschafter und Geschäftsführer der tripuls media innovations gmbh in Marburg unternehmerisch aktiv. Mein Unternehmen beschäftigt sich mit Websites, E-Commerce, Online-Werbung und Digitalstrategien. Über 30 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Unternehmen aus der Region und auch dem europäischen Ausland im Internet Geld verdienen können. Außerdem zählt tripuls zu den Top-Internetagenturen in Deutschland.

Motivation

Im vergangenen Jahr sprachen mich die regionalen Vertreter der IHK in Marburg an, ob ich mir vorstellen könnte, für die Wahlgruppe 8 in Marburg zu kandidieren. In der Wahlgruppe wird die Gesundheitswirtschaft, das Digitalisierungs- und Kreativgewerbe zusammengefasst.

Diese nicht allzu naheliegende Vermengung von Unternehmen resultiert daher, weil – etwas vereinfacht ausgedrückt – die Wirtschaftskraft dieser drei Branchen zusammen einen Platz in der aus 25 Sitzen bestehenden Regionalversammlung „wert ist“.

Trotz dieser etwas unkonventionellen Rahmenbedingungen habe ich mich zur Kandidatur entschieden, weil es wichtig ist, dass die Wirtschaft in der Region eine Haltung zu den drängenden Fragen vertritt. Ich persönlich will mich im besten Sinne einbringen für die Themen Digitalisierung, Demographie und einen politischen Klimawandel.

Digitalisierung

Wir haben in der Region gute, innovative Ansätze, die es wert sind, weiter verfolgt zu werden. Im Großen ist da der Breitbandausbau des Landkreises zu nennen, im Kleinen u. a. Projekte wie die Freifunk-Initiative im Landkreis.

Leider sehe ich aber auch, dass die Bedeutung der Digitalisierung nicht überall gesehen bzw. verstanden wurde. Nimmt man z. B. in Marburg das große Schulzentrum in der Leopold-Lucas-Straße, musste ich erst 2018 von den Leitern am Philippinum, der E-Schule und der Kaufmännischen hören, dass die Internetanbindung der jeweiligen Schule kaum besser ist als bei einem IT-affinen 4-Personen-Haushalt.

Steigt man tiefer ins Thema ein und hakt bspw. mal nach, wie gut denn Marburgs Glasfaserkabel überhaupt gesichert sind (sprich: wie schwer ist es, in die Kanäle zu kommen), wird das Bild nicht wirklich besser. Von der Sicherheit dieser Kabel hängt immerhin einiges ab. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Demographie

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, 1950-2014

In einem Land wie dem unseren hat alles seine Ordnung. Alles und jeder wird gezählt – und so ist es nicht verwunderlich, dass man ziemlich gut sagen kann, wie viele Leute bei uns leben und sterben. Und: wie viele wann in Rente gehen werden. All das nennt man Demographie.

Schaut man sich die Bevölkerungsentwicklung an, sieht man, dass wir von 1955 bis ins Jahr 1965 einen unglaublichen Zuwachs an Menschen zu verzeichnen hatten. In diesen Jahrgängen wurden jedes Jahr über 1,1 Millionen Leute geboren.

Die Konsequenz: Die Baby-Boomer-Jahrgänge gehen jetzt so langsam in Rente. Wer 1954 geboren ist, macht das nach ca. 65 Jahren, also 2019. Statistisch betrifft das – wie oben zu sehen – ziemlich viele Leute. Demgegenüber stehen diejenigen, die vor ca. 20 Jahren geboren sind und jetzt so langsam in das Alter kommen, arbeiten zu können. Im Jahre 1999 waren das ca. 800.000 Menschen. Hier ist leicht zu erkennen, was für dramatische Umwälzungen auf den Arbeitsmarkt in den nächsten 10 Jahren zukommen.

Aus Sicht der IHK hat natürlich der Arbeitsmarkt eine gewisse Priorität, doch es kommt noch dicker. Ohne allzu morbide klingen zu wollen, müssen wir uns politisch darauf einstellen, dass rein statistisch spätestens im Jahr 2065 die letzten Babyboomer gegangen sind, die meisten sicherlich etwas früher. Ihnen folgen Jahrgänge, in denen jedes Jahr mehr Leute verstarben als geboren sind. Das hat Konsequenzen, denn am Ende fehlen in den Landstrichen schlicht Millionen Menschen.

Diese Themen müssen bedacht und viel offensiver besprochen werden. Wir reden da nicht nur von einer guten medizinischen Versorgung, wir reden hier auch über Pflegeplätze, über betreutes Wohnen, über neue Formen der Nahversorgung. Es ist jedenfalls noch viel zu tun – und sowohl das Gesundheits- als auch das Digitalisierungsgewerbe muss hier zum Wohle des Ganzen mitwirken.

Politischer Klimawandel

Ich bin parteiloses Mitglied im Ortsbeirat Mellnau und ein Kommentator der Wetteraner Stadtverordnetenversammlung. Ich nehme regelmäßig an politischen Diskursen teil, z. B. im Rahmen der Verbandsarbeit oder durch meine Mitgliedschaft in verschiedenen Vereinen. In diesem Zusammenhang erlebe ich immer wieder zwei Dinge:

  1. Viele fähige Leute in meinem Umfeld weigern sich, sich für das Gemeinwohl im Rahmen einer Partei zu engagieren.
  2. Immer wieder beobachte ich, dass diejenigen, die sich einer Partei zugeordnet haben, mit dieser Wahl unglücklich sind. Sei es, weil sie eine Linie vertreten müssen, mit der sie nicht übereinstimmen. Oder weil sie in „Sippenhaft“ genommen werden für Entscheidungen, mit denen sie nichts zu tun hatten.

Die Konsequenz hieraus ist, vorsichtig formuliert, die, dass die Güte der politischen Entscheidungen doch recht durchwachsen ist. Diese Entwicklung zu beklagen ist jedoch nicht hilfreich, am Ende machen die Leute diese Ehrenämter ja schließlich alle freiwillig. Wenn ich möchte, dass das besser läuft, muss ich es eben selber machen: und auch dafür trete ich an. Weiterhin parteilos, offen, kontrovers und fair.

Wählen gehen

Der Brexit oder die Veränderungen in den USA haben gezeigt, was Wahlen bewegen können. Sie haben auch gezeigt, was passiert, wenn ganze Wählergruppen nicht zur Wahl gehen.

Bitte gehen Sie zur Wahl – bzw. klicken Sie sich dorthin. Die Wahlunterlagen hat jeder teilnehmende Betrieb ab dem 17. Januar 2019.

Wenn Sie zur Wahlgruppe 8 (Gesundheitswesen, Digitalisierung, Kreativwirtschaft) im „Altkreis“ Marburg gehören und Sie mit meiner Sichtweise etwas anfangen können, dann geben Sie mir bitte Ihre Stimme.

Fragen, Anregungen, Kommentare

Sie haben noch Fragen zur Regionalversammlung, Vollversammlung oder der Wahl an sich. Sehr gut – dann schauen Sie doch mal in der FAQ Sammlung der IHK Kassel-Marburg vorbei.

Sie wollen mir noch etwas mit auf den Weg geben? Gerne. Dann nutzen Sie doch die Möglichkeit, mich direkt anzuschreiben oder anzurufen oder hinterlassen Sie einen öffentlichen Kommentar direkt unter diesem Beitrag.

tl;dr

Andreas W. Ditze ist seit fast 20 Jahren Unternehmer in Marburg und will in die Regionalversammlung der IHK gewählt werden. Er ist Informatiker und will für das Gesundheits-, Digitalisierungs- und Kreativgewerbe sprechen. Wenn Ihr Unternehmen im Altkreis Marburg sitzt und zu diesen drei Branchen gehört, können Sie ihn bis zum 19. Februar 2019 wählen. Darüber würde er sich sehr freuen 🙂

Update 2/2019

Mittlerweile ist die Wahl ausgezählt – und ich wurde in die Regionalversammlung gewählt. Herzlichen Dank an alle, die mich unterstützt und gewählt haben. Die konstituierende Sitzung der IHK Regionalversammlung findet am 1.4.2019 im Softwarecenter in Marburg statt. Ich freue mich schon.

One Reply to “IHK-Wahl 2019 in Marburg”

  1. Lieber Andreas,
    ich finde es bewundernswert, dass Du Dich zur Verfügung stellst, da gehört doch auch eine gehörige Portion Mut und viel Engagement dazu. Bei Deinem Lebenslauf und Werdegang hast Du sicherlich große Chancen, insbesondere weil heute profunde Kenntnisse in Sachen Digitalisierung für alle Wirtschaftszweige von immenser Bedeutung sind und die Basis für künftiges Wachstum und für Wohlstand darstellen. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg.

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